Das Solidar-Prinzip

Solidarische Landwirtschaft und andere Formen Solidarischer Ökonomie basieren auf dem Solidar-Prinzip. Das heißt unter anderem, dass es um die Deckung der realen Kosten eines Projektes einerseits und um einen sozialen Ausgleich unter den Teilnehmer:innen andererseits geht.

Es leistet also nicht jede:r den gleichen Beitrag, sondern im Idealfall gilt: Jede:r gibt das, was er/sie kann und bekommt das, was er/sie braucht – solange am Ende genug zusammenkommt. Statt einer exakten Kopplung von Ware und Preis geschieht hier Beitragen statt Tauschen. Das heißt: Gemeinsam erschaffen, weil alle beitragen.

Das kann magische Momente in Gruppen erzeugen, wenn innerhalb kürzester Zeit die wirtschaftliche Grundlage für einen ganzes Projekt steht – und alle beteiligt sind. Solidarische Finanzierung bricht die Anonymität von Preisen auf, schafft Bewusstsein über wechselseitige Verbindlichkeiten und kann die Verbindung der Beteiligten untereinander stärken. Außerdem kann das Füllen eines gemeinsamen Topfes den Gemeinsinn und die Kreativität befeuern.

Allerdings ist so ein Vorgehen nicht Teil unserer bisherigen Kultur, weshalb nicht selten emotionale Reaktionen auftauchen – auf dem Weg in eine Regenerative Kultur gilt es, Haltungen wie Neid, Misstrauen, falsche Bescheidenheit oder Gönnerhaftigkeit zu transformieren in Respekt und authentische Selbstfürsorge.

Dennoch – oder gerade deshalb – strebe ich das Solidar-Prinzip für alle meine Angebot an.

Ich lege alle Kosten offen und die personen-unabhängigen Kosten sind in der Regel fix. Das heißt: Je mehr Menschen teilnehmen, desto günstiger wird der durchschnittliche Beitrag für jeden. Nicht: Ich verdiene mehr Geld, je mehr Menschen mitmachen. Sondern: Kostendeckung. Diese Kostendeckung und Beitags-Festlegung passiert in der Regel während des Seminars in der Form einer Bieterunde.

Weiterführende Infos

Merkblatt zum Thema Bieterunden (Solawi-Netzwerk)

Präsentation zum Thema “Beitragen statt Tauschen” von Gunter Kramp (Frühjahrstagung 2017 Solawi-Netzwerk)